Kollektiv Zwischenräume
Konzipiert, kuratiert und realisiert wird die Ausstellung vom Kollektiv Zwischenräume. Gemeinsam entwickeln wir die künstlerischen und inhaltlichen Schwerpunkte und gestalten das begleitende Rahmenprogramm – von der Auswahl der künstlerischen Positionen bis hin zu Organisation, Koordination und Vermittlung. Das Kollektiv vereint Künstler*innen und Fachpersonen aus Fotografie, Film, Installation, Textildesign, Literatur, Bildung und Sozialwissenschaft. Was uns verbindet, ist der Blick auf Körper, Gesundheit und Sichtbarkeit aus unterschiedlichen Perspektiven – und der Wunsch, Räume für Erfahrungen, Fragen und Themen zu schaffen, die gesellschaftlich noch zu oft unsichtbar bleiben.Mehr zu den Mitgliedern:
Lanie Müller studierte Textilkunst und Textildesign und entwickelte während ihres Studiums eine besondere Leidenschaft für Farbgestaltung und Typografie. Seither beschäftigt sie sich intensiv mit der Korrespondenz zwischen Farben, Emotionen und Sprache. Ihre Arbeiten finden Ausdruck in Druckgrafik, Zeichnung und Prosa und sind getragen von dem Anliegen, zu einer liebevolleren Welt beizutragen. Seit 2019 ist sie regelmäßig als Lehrbeauftragte für Farbenlehre sowie als Dozentin an verschiedenen Bildungseinrichtungen tätig. Seit 2023 lebt und arbeitet sie als freiberufliche Gestalterin, Künstlerin und Autorin in Leipzig. In ihrer aktuellen Schaffensphase arbeitet sie an abstrakten Zeichnungen und Druckgrafiken, die als innere Landschaften eine Verortung ihres weiblichen Selbst in Beziehung zu ihrer Umgebung verkörpern.


Nietze ist interdisziplinäre Künstlerin, Autodidaktin mit dem Schwerpunkt Dokumentarfotografie. Ihre Bildsprache ist reduziert, meist in Schwarz-Weiß, und sucht den Menschen direkt und ohne viel Inszenierung. Seit 2019 arbeitet sie hauptberuflich als Fotografin. 2021 erschien ihr fotografisches Debüt »Kein Halt mehr« über die Berliner Kunst- und Kulturszene im Stillstand der Pandemie.Ihr aktuelles Langzeitprojekt »Hidden Heroes« begleitet FLINTA*-Personen mit den systemischen Erkrankungen Endometriose und Adenomyose und wird bundesweit in Ausstellungen und Vorträgen gezeigt.Sie ist Mitglied des Leipziger »Kollektivs WERT« und Impulsgeberin von »Zwischenräume«.
Leila Brinkmann ist Medienkünstlerin mit Fokus auf Installation, Film und Szenografie. Ihre Praxis verbindet Recherche mit performativen, installativen und filmischen Formaten – oft verbunden mit einer forschenden, prozessorientierten Haltung. Leila interessiert sich für fragiles Materialverhalten und Strukturelle Widersprüche. Sie studierte im Diplom in der Klasse Expanded Cinema an der HGB Leipzig bei Clemens von Wedemeyer und Mareike Bernien. Sie ist Teil des Musiktheater Kollektivs Schatz & Schande und Mitgründerin des Leipziger Kulturvereins hp_sieben.


Luisa Zahn lebt mit ihrem Sohn in Leipzig. Sie ist Autorin, Lyrikerin, Moderatorin und Kulturschaffende mit einem Schwerpunkt auf feministischem, queeren und gesellschaftskritischem Schreiben. Sie veröffentlichte ein Gedichtbüchlein im Selbstverlag und war Co-Autorin von Liebe ok ok. Aktuell arbeitet sie an ihrem ersten Roman. Auf @syra.talks spricht sie offen über Heilungsprozesse psychischer Erkrankungen und lyrisches Schreiben. Als Moderatorin begleitet sie kulturelle Formate mit empathischer Gesprächsführung und Bühnenpräsenz.
Mona Bierenstiel verfügt über langjährige Erfahrung in der pädagogischen, präventiven und künstlerischen Arbeit mit Frauen* und Jugendlichen. Ihre berufliche Praxis umfasst Lehrtätigkeiten in pädagogischer Psychologie und Sozialer Arbeit, Gewaltprävention (mit Schwerpunkt Beziehungsgewalt und sexuelle Gewalt) sowie die Konzeption und Umsetzung partizipativer Kunst- und Bildungsprojekte in sozialen und außerschulischen Kontexten. Dabei verbindet sie forschende Zugänge mit künstlerischen Methoden, um gesellschaftsrelevante Themen sichtbar zu machen, Handlungsspielräume zu stärken und kollektive Austauschprozesse zu ermöglichen.


Alex Bartsch studierte Literaturwissenschaft, Kunstgeschichte und Politikwissenschaft an der Universität Bonn sowie Medienkunst an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig (HGB) bei Peggy Buth, Clemens von Wedemeyer und Mareike Bernien. In seinen künstlerischen Produktionen beschäftigt er sich vor allem mit historischen Kontinuitäten kolonialer Ausbeutung und rechter Ideologie in Technologie und Kunst. Alex ist Mitgründer und Vorsitzender des Leipziger Kulturvereins hp_sieben e.V. und engagiert sich für Denkmalpflege, experimentelle Musik und Film im Leipziger Grafischen Viertel.
Laura Wiemers navigiert mit einem materialfokussierten und poetischen Ansatz durch Ambiguitäten und Bedeutungskonstrukte. Sie arbeitet mit dem Erzählpotential von Gegenständen und Materialien die nah am Menschen zu finden sind und entwickelt Verarbeitungsverfahren, die Zugänge eröffnen und ein unübliches und tiefes in Kontakt treten beabsichtigen. Dafür nutzt sie verschiedene Kanäle und Medien wie Zeichnung, Objekt, Sprache, Sound, Licht, Video und Bewegung. Ihre Arbeiten sind installativ und multimedial und aktivieren eine frei assoziative, multisensorische, körperorientierte und explorierende Verarbeitung.

Externe Künstler*innen und Künstlerische Kooperationen:
»Zwischenräume« versteht sich als offener Ausstellungsraum, in dem unterschiedliche Perspektiven auf Gesundheit, Körper und FLINTA*-Lebensrealitäten aufeinandertreffen können.
Wo beginnt Gesundheit, wo hört sie auf, und was liegt dazwischen?
Uns interessieren genau diese Zwischenräume: zwischen Gesundheit und Krankheit, Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit, persönlicher Erfahrung und gesellschaftlichen Strukturen. Deshalb laden wir weitere Künstler*innen und Kollektive ein, diese Räume mit ihren eigenen Perspektiven und Arbeiten mitzubesetzen und die Ausstellung weiterzudenken.
Wir freuen auf die gemeinsame Ausstellung, mit:

Fem*vak – Hinter den Kulissen fließen Tränen: Über die prekären Arbeitsbedingungen im Club- und Eventbetrieb
fem*vak ist ein intersektional-queer-feministisches Netzwerk von FLINTA, Queers und solidarischen Kollektiven in der elektronischen Musikszene, das patriarchale Machtstrukturen sichtbar macht, abbaut und Räume für Empowerment, Sichtbarkeit und Austausch schafft.Unsere Awareness-Kampagnen werfen ein Licht auf prekäre Strukturen und wiederkehrende Probleme innerhalb der Sub- und Clubkultur insbesondere dort, wo FLINTA* und queere Personen strukturell stärker von psychischen Belastungen betroffen sind.
Jan-Erik Schützhold ist Designer und Ingenieur und arbeitet an der Schnittstelle von Gestaltung, Materialforschung und digitaler Fertigung. Seine Praxis verbindet Handwerk, Konstruktion, Programmierung und experimentelle Forschung. Im Zentrum steht die Frage, wie Materialien, Technologien und menschliche Bedürfnisse zusammenwirken und wie daraus verantwortungsvolle Formen entstehen können.
Seine Arbeiten reichen von Möbeln und räumlichen Konstruktionen über Material- und Konstruktionsforschung bis hin zu digitalen Werkzeugen und experimentellen Fertigungsprozessen. Dabei interessiert ihn besonders die Verbindung von körperlicher Erfahrung, technischer Präzision und ökologischen Zusammenhängen – etwa die Frage, wie Gestaltung Bewegung fördern, Materialien sinnvoll einsetzen oder natürliche Prinzipien in technische Prozesse übersetzen kann.
In Workshops und Lehrformaten überträgt Jan diese forschende Arbeitsweise auf gemeinsames Machen. Er schafft offene, zugängliche Räume, in denen Menschen Wissen und Werkzeuge teilen, eigene Ideen erproben und durch praktische Erfahrung selbstständig neue Lösungen entwickeln können.


Rico a l’Arrache ist selbständiger Metallbildner, Kunsthandwerker, ebenfalls mit dem Schwerpunkt in der Metallurgie und interdisziplinärer Künstler.
In seinem von autodidaktischen Studien geprägten Leben strebt er stets danach, Wissen und Fähigkeiten in vielfältigen Themen zu vertiefen. Die ressourcenschonende Auseinandersetzung mit diversen Materialen dient dabei seit jeher als Leitfaden für sein Interaktionen. Wo er in der vergangenen Dekade vielerorts gereist und zuhause war – dabei stets in der freien Theaterszene aktiv – lebt er nun seit 2019 in Leipzig.
In seinen Arbeiten, unter anderem in Form von Skulpturen und (kinetischen) Installationen, befasst er sich z.b. mit dem gestalterischen Potenzial, welches das Material Glas und das Medium Licht in ihrem Zusammenwirken beherbergen. Desweiteren findet sein künstlerischen Schaffen in den Themen Tod und Trauer immer wieder Inspiration und Ausdruck.
Anja Zeilinger ist Künstlerin und Kuratorin in Leipzig und dort Mitbetreiberin des Projektraums Naund. Community-Projekte sowohl im Kunst- und Kulturbereich als auch mit Nachhaltigkeitsbezug gehören ebenfalls zu ihrer Arbeit.Sie arbeitet in verschiedenen Disziplinen – Fotografie, Objekte und Installationen, auch analoge Collagen und Lecture Performances sind aktuell Teil ihrer künstlerischen Praxis.
Akte des (V)Erkennens, Enthüllens und Verbergens sind dabei ein Schwerpunkt, dem sie sich immer wieder aus unterschiedlichen Perspektiven nähert. Enthüllen und Verbergen sind hier nicht als Gegensätze zu verstehen, sondern zeigen sich immer wieder als koexistent. Offenbarungen kaschieren viel, Verschleierungen bringen Überraschendes ans Licht.
